Freisprechungsfeier der Dachdeckerinnung Wolfenbüttel-Salzgitter
„Es gibt kaum einen schöneren Rahmen, um unser Altstadtfest zu eröffnen, als mit Euch – mit der Freisprechung unserer neuen Dachdecker-Gesellin und unseren zehn Gesellen“, freute sich Bürgermeister Ivica Lukanic am Freitag, 15. August über den ersten Programmpunkt des Altstadtfestes auf der Bühne vor dem Bankhaus Seeliger.
Was hat das Altstadtfest eigentlich mit einer Freisprechung zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht wenig – wie der Rathauschef meinte - und doch passe alles perfekt zusammen: „Wolfenbüttel – das sind rund 600 denkmalgeschützte Fachwerkhäuser. Sie prägen unsere Stadt und erzählen unsere Geschichte. Häuser, die in ihrer Substanz und Gestaltung bewahrt wurden – nicht zuletzt dank des Engagements des Handwerks. Und genau hier beginnt der Zusammenhang: zwischen Denkmalschutz, Stadtbild, Altstadtfest – und Euch. Denn: Ohne das Handwerk – ohne Zimmerleute, Maurer, Lehmbauer, Schmiede – und vor allem ohne Dachdeckerinnen und Dachdecker – wären diese Gebäude nicht, was sie sind.“
In Wolfenbüttel feierte man 1974 das erste Altstadtfest – als Ausdruck einer neuen Zeit. Einer Zeit, in der man erkannte, welchen Schatz man mit der historischen Bausubstanz in den Innenstädten besitzt. Es war der Beginn eines Bewusstseinswandels – weg vom Abriss, hin zur Erhaltung. Ein Jahr später, 1975, wurde europaweit das Europäische Denkmalschutzjahr ausgerufen – mit dem Ziel, das bauliche Erbe nicht nur zu würdigen, sondern zu erhalten. „Heute, genau 50 Jahre nach dem Denkmalschutzjahr, feiern wir wieder unser Altstadtfest“, so Lukanic. Da er selbst einmal in einer Dachdeckerei gearbeitet habe, wisse er, was es bedeutet, bei Wind und Wetter auf dem Dach zu stehen, Material zu schleppen, Verantwortung zu tragen. „Und ich weiß auch, wie erfüllend es ist, wenn man am Ende des Tages sieht, was man geschaffen hat. Euer Beruf ist vielseitig: Er verbindet Tradition und Technik, Handwerk und Gestaltung. Ihr schafft Dächer die uns schützen, gestaltet das Stadtbild mit, tragt Verantwortung – für Werte und für Menschen“, sagte er.
Seine damals gelernten Fähigkeiten musste der Bürgermeister dann auch gleich auf der Bühne unter Beweis stellen und ein Herz aus einer Schieferplatte schlagen. Der stellvertretende Obermeister Florian Grabenhorst attestierte ihm am Ende eine hervorragende Arbeit.
Gemeinsam mit Lehrlingswart Dirk Wiegel führte er dann die Freisprechung durch. Die freigesprochenen zehn Gesellen und die Gesellin: Fynn Noel Marske (Erich Marske, Salzgitter-Thiede), Benjamin Christofzik (Erich Marske, Salzgitter-Thiede), Felix Jonas Reuschel (Dirk Wiegel, Wittmar), Bruno Kaufmann (Uwe Linde, Wolfenbüttel), Alessio de Agostini (Chaudry Zimmerei- und Dachdeckerei, Holle), Lisa-Amacia Laubinger (Robert Laubinger, Wolfenbüttel), Felix Klein (Aeffner Dachdeckerei, Wolfenbüttel), Norman Msolli (Timon Niclas Johann Freese, Salzgitter), Fynn Gorgiel (Erich Marske, Salzgitter-Thiede), Christian Werner Bublitz (Dachdeckerei Holger Wilczak, Sehlde), sowie Angelo Santino Kirsch (Dachdeckerei Holger Wilczak, Sehlde).