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Bald fließt der Solarstrom für die Kläranlage

Die Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Abwasserentsorgung Wolfenbüttel (AWA) nimmt sichtbar Gestalt an: Rund 1.580 Solarmodule mit einer Leistung von 924 Kilowatt-peak sind jetzt auf drei nebeneinanderliegenden Flächen an der Kläranlage installiert. Damit ist der größte Teil der Bauarbeiten abgeschlossen.

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme eines Solarparks. In der Mitte und im oberen Bereich des Bildes sind mehrere Reihen von Solarmodulen zu sehen, die auf dem Boden in einem offenen Gelände installiert sind. Die Solarmodule sind rechteckig und in parallelen Reihen angeordnet. Das Gelände ist von Bäumen und grüner Vegetation umgeben.
Im rechten unteren Bereich des Bildes befindet sich ein Gebäude. Auf dessen Dach sind ebenfalls zahlreiche Solarmodule installiert. Neben den Solarfeldern verlaufen Wege, und in der Nähe der Module sind einige Geräte oder Lagercontainer zu erkennen.
Das Bild vermittelt den Eindruck einer modernen Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energie durch Sonnenkraft. © Stadtwerke Wolfenbüttel
Die Solarpaneele an der Kläranlage sind schon fertiggestellt, bald folgen auch Trafostation und Steuerungstechnik.

„Für die Bürgerinnen und Bürger hat unsere Investition in die neue PV-Anlage gleich zwei Vorteile: zum einen mehr Klimaschutz vor Ort und zum anderen mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen. Dies trägt langfristig auch zur Stabilität der Abwassergebühren bei“, erläutert Ingo Schultz, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfenbüttel und Betriebsleiter des Abwasserbeseitigungsbetriebs.

Als nächster Schritt wird am 16. Oktober die Trafostation geliefert und anschließend aufgebaut. In ihr laufen die Kabel aus den Solarfeldern zusammen, von hier aus wird die Kläranlage also künftig mit Sonnenstrom versorgt. „Der Aufbau der Modulflächen war der größte sichtbare Bauschritt bei der Anlage“, erklärt Carl-Peter Biewig, zuständiger Mitarbeiter bei den Stadtwerken Wolfenbüttel. „Jetzt folgen die Arbeiten rund um Trafostation, Mittelspannungs-Schaltanlage, Steuerungstechnik und Speicher.“

Speicher aus wiederverwendeten Fahrzeugbatterien

Auch der Batteriespeicher wird an die Trafostation angeschlossen und in die Kommunikations­technik eingebunden. Bei dem Speicher handelt es sich um einen besonderen Baustein des Projekts, der die Nutzung des Solarstroms effektiver macht: Der sogenannte Fluxlicon-Speicher besteht aus wiederverwendeten Batterien früherer Elektrofahrzeuge.

Mit einer maximalen Lade- beziehungsweise Entladeleistung von 350 Kilowatt und einer Kapazität von 850 Kilowattstunden kann er überschüssige Sonnenenergie zwischenspeichern. Damit können Stromspitzen aus starker Sonneneinstrahlung zwischengespeichert und so rund 30 Prozent mehr Energie aus der PV-Anlage zum Reinigen des Abwassers verwendet werden. „Wir hoffen, dass schon bald nach der geplanten Fertigstellung Ende Oktober Solarstrom in die Kläranlage fließen kann“, erläutert Carl-Peter Biewig.

Parallel PV-Dachanlagen in Kläranlage modernisiert

Die Solarpaneele sollen im Jahr rund 850.000 Kilowattstunden erzeugen. Davon nutzt die Kläranlage etwa 550.000 Kilowattstunden selbst, rund 300.000 Kilowattstunden gehen ins öffentliche Netz. Die jährliche CO₂-Einsparung durch die PV-Anlage liegt bei etwa 500 Tonnen. Insgesamt hat die Kläranlage pro Jahr einen Strombedarf von 1,4 Millionen Kilowattstunden, größter Verbraucher ist dabei das Gebläse für die Sauerstoffbelüftung im Belebungsbecken, wo Mikroorganismen einen Teil des Klärprozesses übernehmen.

Parallel zum Bau der großen Freiflächenanlage modernisieren die Stadtwerke bereits bestehende PV-Dachanlagen auf dem Gelände der Kläranlage. Alte Module und Technik werden ersetzt, um die Leistung dauerhaft zu sichern. Langfristig wollen die Stadtwerke weitere Projekte zur Erzeugung von eigenem Strom starten: Die EU fordert, dass ab 2045 Kläranlagen ihren Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen komplett selbst decken können. „Die neue Photovoltaikanlage ist deshalb ein Meilenstein für unsere Stadt“, betont Ingo Schultz. „Wir zeigen, dass Energiewende vor Ort gelingt – wirtschaftlich, verlässlich und im Sinne der Menschen hier.“

Kontakt

AWA - Abwasserentsorgung Wolfenbüttel AöR

Am Wasserwerk 2
38304 Wolfenbüttel

27.09.2025