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50 Jahre Forschungen zum 18. Jahrhundert - Festvortrag von Barbara Stollberg-Rilinger

Die Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts (DGEJ) und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (HAB) begingen am 19. September 2025 das 50jährige Bestehen der Fachgesellschaft mit einem Festakt in Wolfenbüttel.

Das Foto zeigt vier Personen, die in einem großen Raum mit gewölbter Decke stehen. Der Raum erinnert an eine Bibliothek oder ein Archiv. Links und rechts sind hohe Regale mit zahlreichen Büchern oder Dokumenten zu sehen. Vor den Regalen stehen mehrere leere Stuhlreihen, die auf eine Veranstaltung oder Präsentation hindeuten.
Die vier Personen stehen nebeneinander und tragen formelle Kleidung sowie Namensschilder, was darauf schließen lässt, dass sie Teilnehmende oder Vortragende einer Veranstaltung sind. Die Architektur des Raumes ist geprägt von steinernen Säulen und einer hohen, gewölbten Decke, was dem Ort eine historische oder akademische Atmosphäre verleiht. © HAB
(von links) Prof. Dr. Peter Burschel (Direktor der Herzog August Bibliothek), Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Rektorin des Wissenschaftskolleg zu Berlin), Prof. Dr. Christine Haug (Präsidentin der DGEJ) und Prof. Dr. Julia Schmidt-Funke (Vizepräsidentin der DGEJ)

Den Festvortrag „Rationalitätsphantasien. Zu Vergangenheit und Gegenwart der Aufklärung“ hielt die renommierte Frühneuzeithistorikerin Barbara Stollberg-Rilinger: „Das 18. Jahrhundert war von Fortschrittsversprechen gekennzeichnet, die sich als ambivalent herausgestellt haben. Dazu zählten nicht zuletzt politische Rationalitätsphantasien, die in gewisser Weise an die heutigen Verheißungen der Künstlichen Intelligenz erinnern. Inwiefern kann man trotzdem von der Aufklärung lernen?“

Peter Burschel, Direktor der HAB, betont: „Dass die Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts seit nunmehr fünfzig Jahren Impulse für eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Epoche der Aufklärung gibt, unterstreicht die anhaltende Relevanz Wolfenbüttels als Ort der Forschung. Die HAB freut sich, diesen erinnerungs- wie zukunftsorientierten Dialog über das 18. Jahrhunderts weiterhin begleiten zu dürfen.“

Auf dem Programm stand außerdem die erstmalige Verleihung des DGEJ-Dissertationspreises. Ausgezeichnet wurde die an der Universität Augsburg entstandene Doktorarbeit von Dr. Lisa Kolb „Semantiken der Reform. Konzeptualisierung und Übersetzung ökonomisch-politischer Sprachen in der Oekonomischen Gesellschaft Bern (1758–1798)“. Den mit 5.000 EUR dotierten Preis stiftet das langjährige DGEJ-Mitglied Friedrich Waitz von Eschen.

Das Bild zeigt das Cover eines Buches mit dem Titel:
»Ressourcen der Aufklärung - 50 Probebohrungen ins 18. Jahrhundert«,
herausgegeben von Iwan-Michelangelo D'Aprile, Annette Meyer und Vanessa de Senarclens.
Am unteren Rand steht der Name des Verlags: Wallstein.
Im Zentrum des Covers befindet sich eine detaillierte Illustration eines großen Baumes mit vielen feinen Ästen und Blättern. Auf jedem Blatt steht Text, was darauf hindeutet, dass sie Informationen oder Begriffe enthalten. Der Baum wirkt wie ein Symbol für Wissen, Vernetzung und Vielfalt - passend zum Thema der Aufklärung und der historischen Untersuchungen.
Der Hintergrund ist schlicht gehalten, sodass die Baumgrafik und die Texte gut lesbar sind. © HAB
Cover des Jubiläumsbands »Ressourcen der Aufklärung. 50 Probebohrungen ins 18. Jahrhundert«, herausgegeben von Iwan-Michelangelo D'Aprile, Annette Meyer, Vanessa de Senarclens. Wallstein Verlag, 2025

Präsentiert wurde auch der aus Anlass des 50jährigen Jubiläums veröffentlichte Band „Ressourcen der Aufklärung. 50 Probebohrungen ins 18. Jahrhundert“, herausgegeben von Iwan-Michelangelo D’Aprile, Annette Meyer und Vanessa de Senarclens. In 50 Beiträgen geht er den Perspektiven und Potenzialen des europäischen Kulturerbes der Aufklärung nach und testet es auf seine Nachhaltigkeit für aktuelle Problemlagen und Herausforderungen.

1975 gegründet, ist die DGEJ heute ein Zusammenschluss von zirka 700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland und im Ausland. Die Gesellschaft widmet sich der interdisziplinaren Erforschung des 18. Jahrhunderts, veranstaltet jährliche Fachtagungen und gibt die Zeitschrift „Das achtzehnte Jahrhundert“ heraus. Mit der HAB, an welcher die Geschäftsstelle der DGEJ angesiedelt ist, besteht eine langjährige Kooperation, die die Mitglieder der DGEJ regelmäßig nach Wolfenbüttel führt. Alle zwei Jahre finden hier im Wechsel mit anderen Veranstaltungsorten die Jahrestagungen der Gesellschaft statt, zuletzt zu den Themen „Rassismus und Weltwissen“ (2023), „Die Welt im Dorf“ (2021) und „Zirkulation und Kontrolle“ (2019). Die Jahrestagung 2027 wird sich mit Gotthold Ephraim Lessing einem der bedeutendsten deutschen Aufklärer zuwenden, dessen Wirken eng auch mit der Geschichte der HAB verbunden ist.

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28.09.2025