Wärmewende trifft Fachwerk - Fachkonferenz "Fachwerk im Wandel 2025" bringt Expertenwissen aus Kommunen und Fachwelt zusammen
Am 10. September 2025 lud die Stadt Wolfenbüttel gemeinsam mit der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) zur Fachtagung „Fachwerk im Wandel 2025“ in die historische Kommisse ein. Rund 50 Fachleute aus Denkmalpflege, Stadtplanung, Architektur, Wissenschaft und Klimaschutz nutzten die Gelegenheit zum Austausch über die Frage, wie Wärmewende und Denkmalschutz in Fachwerkstädten gemeinsam gelingen können.
Impulse und Perspektiven
Stadtbaurat Klaus Benscheidt begrüßte die Teilnehmenden herzlich und betonte die Verantwortung historischer Städte. Die rund 1.000 Fachwerkgebäude und Denkmäler in Wolfenbüttel seien identitätsstiftend und zugleich Teil der Zukunftsgestaltung. „Die Wärmewende gelingt nur, wenn wir den Bestand mitdenken. Gerade historische Städte können hier zeigen, wie Tradition und Innovation zusammenfinden“, so Benscheidt.
Auch Emma Brandebusemeyer, Koordinatorin der Kommunalen Wärmeplanung in Wolfenbüttel, hob die Bedeutung von Kooperation hervor: „Die Wärmewende ist ein Marathon und kein Sprint. Diesen Weg geht man am besten mit Weggefährten und starken Partnerschaften. In Wolfenbüttel gibt es dafür unter anderem den Wärmebeirat als begleitendes Fachgremium zur Gestaltung der Wärmewende in Wolfenbüttel.“ Ein Blick auf frühere und heutige Straßenzüge der Innenstadt zeigte, dass Erhalt und Beständigkeit von Fachwerk über die Jahre bewiesen werden konnten.
Neben Beiträgen aus Wolfenbüttel bereicherten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus Einbeck, Hameln, Stade und Duderstadt die Tagung mit ihren Erfahrungen. Fachliche Impulse kamen zudem von der Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege Frau Dr. Krafczyk, der Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel und der STIEBEL ELTRON Gruppe. Durch die Veranstaltung führten Frau Floetenmeyer-Woltmann als Moderatorin Wärmewende-Themen und Dr. Clausen von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.
Einig in der Sache
Deutlich wurde: Denkmalschutz und Klimaschutz sind keine Gegensätze. Vielmehr besteht großes Interesse, gemeinsam Lösungen für die praktische Umsetzung zu entwickeln – von genehmigungsfähigen Konzepten bis zu finanziellen Fördermöglichkeiten. Die Diskussion zeigte: Technische Ansätze gibt es bereits, nun gilt es, diese praxistauglich in den historischen Bestand zu übertragen.
Ein gelungener Austausch
Die Tagung „Fachwerk im Wandel 2025“ hat deutlich gezeigt, dass das Thema viele Kommunen bewegt: Vertreterinnen und Vertreter aus fast 20 niedersächsischen Städten waren vor Ort. Das offene Interesse, die fachliche Tiefe und die lösungsorientierte Atmosphäre machten deutlich, dass die Bereitschaft zur denkmalgerechten Transformation vorhanden ist.