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Eine Gedenkfeier für alle "Unbedachten"

Seit inzwischen acht Jahren sind Ehrenamtliche des Hospizvereins dabei, wenn „Unbedachte“ bestattet werden. Das sind Menschen, die auf dem „letzten Weg“ sonst vollständig ohne Geleit wären. In den vergangenen zwölf Monaten waren es zusammen 31 Männer und Frauen.

Drei Frauen in dem Altarraum einer Kapelle, eine Frau zündet Kerzen an, eine Frau liest von einem Blatt Papier © Bernd Jürgens
Damit kein Mensch ohne Begleitung bestattet wird, geben Ehrenamtliche des Hospizvereins das letzte Geleit. Einmal im Jahr wird an alle »Unbedachten« noch einmal - mit Namensnennung - bei einer Gedenkstunde in der Martinskapelle erinnert.

Alle waren Teil unserer Gesellschaft, haben in dieser Stadt gelebt. Auch wenn sie keine Familie (mehr) haben und (scheinbar) auch keine Bekannten: Vermisst sie vielleicht nicht doch jemand? – die Nachbarn, die Kassiererin im Supermarkt, der Postbote? Jeder Mensch hat Kontakte, Begegnungen, hat irgendwo gelebt. Und nun zeigt niemand Nähe, Achtung, Anerkennung… Vermisst ihn niemand, trauert niemand um ihn? Oder hat vielleicht „nur“ die rechtzeitige Information gefehlt?

Der Hospizverein lädt auch in diesem Jahr – gemeinsam mit der Stadt Wolfenbüttel – zu einer öffentlichen Gedenkfeier ein. Am Freitag, 21. November, 16 Uhr, werden in der Friedhofskapelle Lindener Straße alle 31 „Unbedachten“ gewürdigt, alle, die seit der Feier im November 2024 bestattet wurden. Ihre Namen werden verlesen und für jeden Menschen wird eine Kerze entzündet.

„Mit dieser öffentlichen Erinnerung stellen wir uns gemeinsam mit den Initiatoren des Hospizvereins gegen das Anonyme in der Gesellschaft – gegen das Vergessen“, so Bürgermeister Ivica Lukanic. „Die Einmaligkeit und Würde jedes Menschen ist uns wichtig, auch über den Tod hinaus. Deshalb machen wir auch mit einer Anzeige auf dieses Gedenken aufmerksam.“

Die Gedenkfeier wird von den Ehrenamtlichen des Hospizvereins organisiert, die das Jahr über alle Unbedachten bei ihrer Bestattung begleiten. Sie wünschen sich, dass sich Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt angesprochen fühlen und sich auf den Weg zu diesem ehrenden Gedenken machen – auch wenn sie die Menschen, derer gedacht wird, nicht gekannt haben. Aber wer weiß (denn auch das hat es schon gegeben): Bei der Namensnennung erinnert sich dann doch noch jemand an einen Mitmenschen, der mit einem Mal aus seinem Leben – aus unser aller Leben verschwunden war.

  1. Anzeige zur Gedenkfeier für alle Unbedachten

    © Hospizverein Wolfenbüttel

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17.11.2025