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Kita-Chancenprogramm 2030: Weniger Kinder, aber mehr Chancen - Rechtsanspruch bleibt, Qualität gewinnt

In den sozialen Medien wird derzeit heftig diskutiert, ob in Wolfenbüttel zu Lasten von Kindern gespart wird oder gar über Kitas „auf einer Streichliste diskutiert“. „Das ist nicht Gegenstand der Vorlage und der einstimmigen Empfehlung des Jugend- und Sozialausschusses“, stellt Bürgermeister Ivica Lukanic klar. Das vorgeschlagene Demographie-Chancenprogramm 2030“ für Kitas soll – ganz im Gegenteil – die Qualität der frühkindlichen Bildung verbessern.

Vor einer Tafel mit einem gezeichneten Flugdrachen steht ein Mädchen © Pixabay.com
Kindergarten

„Unsere Kitas sind das Herzstück der Familienpolitik in Wolfenbüttel. Tatsächlich sollen Sie gestärkt werden – fachlich und finanziell. “, betont Bürgermeister Ivica Lukanic. Das zwangsläufig weniger Aufwand entsteht, wenn es weniger Kinder zu betreuen gibt, liegt in der Natur der Dinge und führt zu einer unausweichlichen Entlastung des Haushaltes.

Wie das funktionieren soll, ist ganz einfach erklärt. Hat die bisherige demographische Entwicklung dafür gesorgt, dass die Stadt ihre Kita-Plätze erweitern musste, um den Rechtsanspruch der Eltern erfüllen zu können, steht nun die Kehrtwende an. Schon im Kita-Jahr 2025/2026, sind nicht mehr alle Plätze belegt. Die Krippen sind nur noch zu 82 Prozent ausgelastet, Kindergärten zu 92 Prozent und Horte zu 90 Prozent. Parallel sinken auch die Geburtenzahlen seit einigen Jahren deutlich.

Die Prognosen zeigen, dass bis 2030 rechnerisch etwa zehn bis 15 Kita-Gruppen stadtweit weniger benötigt werden. Nach dem Erweiterungsprogramm der vergangenen Jahre, ist es daher folgerichtig, den Rückgang der Kinder gesteuert zu begleiteten, um zum einen an Qualitätsverbesserungen zu arbeiten und zum anderen die Personal- und Raumplanung am künftigen tatsächlichen Bedarf zu orientieren. „Das Demographie-Chancenprogramm 2030 steht genau dafür und ist eben kein Sparprogramm auf dem Rücken der Kleinsten, wie es jetzt vorschnell behauptet wird“, verdeutlicht Lukanic.

Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Stadt vorab schon aus. Stellen werden, wenn der Bedarf entsprechend vorhanden ist, vielmehr über natürliche Fluktuation (Ruhestand, Vertragsende, Arbeitgeberwechsel) abgebaut. Aber gerade, um die Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung zu verbessern, bietet das Programm eben die Chance für eine stabilere Personalabdeckung, um Schließungen wegen Krankheit zu vermeiden. „Weniger Kinder bedeuten nicht weniger Qualität – im Gegenteil. Wir nutzen den demographischen Wandel, um unsere Kitas zielgerichtet zu stärken“, so Lukanic.

Ein weiteres Einsparpotenzial bieten allerdings auch die Kita-Gebäude. Bevor Gebäude teuer saniert oder neu gebaut werden, prüft die Verwaltung, ob die Kapazitäten wirklich (noch) gebraucht werden und wie sich Einrichtungen besser bündeln lassen. So kann aufgrund der demografischen Zahlen auf einen Kita-Neubau „Nördlich Auguststadt“ verzichtet werden. Angesichts sinkender Kinderzahlen ist hier kein dauerhafter Bedarf mehr gegeben. Die Fläche steht künftig für zusätzlichen Wohnraum, der zweifelsohne benötigt wird, zur Verfügung. Die Betreuung der Kinder aus dem neuen Wohngebiet erfolgt über die bestehende, gut verteilte Kitalandschaft im Stadtgebiet.

Wo es sinnvoll ist, wird natürlich, auch in Zeiten knapper Kassen, investiert. Das Kinder- und Familienzentrum nach dem Early-Excellence-Ansatz ist ein sozialer Ankerpunkt mitten in der Innenstadt – zwischen zwei Grundschulen und in unmittelbarer Nähe zu Freizeit- und Kulturangeboten. Der Vorschlag der Verwaltung hält ausdrücklich an diesem Standort fest. Geplant ist - unter dem Vorbehalt der Annahme des Beschlussvorschlages durch den Rat der Stadt Wolfenbüttel - ein Abriss und Neubau im Zeitraum 2028 bis 2030. Die Belegung wird ab 2026 schrittweise reduziert, damit die heute betreuten Kinder ihre Vorschulzeit möglichst am bekannten Ort abschließen können. Das pädagogische Team arbeitet während des Abrisses und des Neubaus vorübergehend in anderen städtischen Einrichtungen weiter und kehrt nach Fertigstellung nach Möglichkeit geschlossen in die Karlstraße zurück.

Durch das Demographie-Chancenprogramm sollen bis 2030 unter dem Strich rund drei Millionen Euro jährlich eingespart werden. „Ich trage Verantwortung dafür, dass wir unsere Kitas auch in Zukunft zuverlässig finanzieren. Wir sparen nicht bei den Kindern, sondern bei leerstehenden Räumen und Doppelstrukturen“, stellt Lukanic klar.

„Ich lade alle Eltern und Interessierten ein, sich auf der Grundlage der Fakten ein Bild zu machen. Wir führen diese Debatte offen – im Rat, mit den Trägern und mit den Familien in unserer Stadt“, so Lukanic. Das Demographie-Chancenprogramm wurde dieser Tage im Ausschuss für Jugend und Soziales erstmals ausführlich beraten und einstimmig empfohlen. Im Rat am 10. Dezember soll die Vorlage beschlossen werden.

Die Verwaltung berichtet dann ab 2026 jährlich öffentlich über den Stand der Kita-Entwicklung, über konkrete Konsolidierungsmaßnahmen und über Schritte zur Qualitätsverbesserung. Die vollständige Vorlage „Entwicklung im Bereich der Kindertagesstätten: Demographie-Chancenprogramm 2030“ (Vorlage 0239/2025) ist im Ratsinformationssystem der Stadt Wolfenbüttel für alle Interessierten einsehbar.

Kontakt

Herr Andreas Binner

Stadtverwaltung Wolfenbüttel
Kindertagesstätten
Abteilungsleitung

Stadtmarkt 3–6
38300 Wolfenbüttel

20.11.2025