Tag des stillen Gedenkens
„Der 27. Januar ist ein Tag des stillen Gedenkens – und ein Tag der lauten Verantwortung. Wir erinnern an die Millionen Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Barbarei wurden. Ihr Leid mahnt uns, wohin der Verlust von Menschlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Werten führen kann“, so Wolfenbüttels Bürgermeister Ivica Lukanic anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
„Doch Gedenken darf nicht an der Vergangenheit haften bleiben. Es muss uns den Blick schärfen für die Entwicklungen unserer Gegenwart. Weltweit beobachten wir, wie sich Gesellschaften aus der regelbasierten Ordnung zurückziehen, autoritäre Tendenzen erstarken und demokratische Grundverständnisse brüchig werden. Auch in Europa geraten Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte zunehmend unter Druck.
In dieser Zeit ist es entscheidender denn je, unsere demokratischen Errungenschaften zu verteidigen – nicht nur auf internationalen Bühnen, sondern ganz konkret vor Ort. In unseren Kommunen, unseren Schulen, Vereinen und Nachbarschaften. Demokratie beginnt im Alltag – mit Respekt, Toleranz und dem entschlossenen Eintreten gegen jede Form von Hass und Ausgrenzung.
Erinnerungskultur ist dabei ein zentraler Bestandteil. Sie schafft Bewusstsein, sie vermittelt Werte, und sie fordert uns zum Handeln auf. Besonders junge Menschen müssen wir mit zeitgemäßen, niedrigschwelligen Formaten erreichen – digital, kreativ und dialogorientiert. Denn das ,Nie wieder‘ darf keine leere Worthülse bleiben“, betont er.
„Als Bürgermeister dieser Stadt bekenne ich mich klar zu einer offenen, demokratischen und vielfältigen Gesellschaft. Wolfenbüttel steht für ein friedliches Miteinander, für Verantwortung gegenüber der Geschichte – und für eine Zukunft, in der wir einander sehen, schützen und stärken“, unterstreicht Ivica Lukanic.
Der Gedenktag am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt.