Luftabwehrstellungen in der Leinder Gemarkung
In der Leinder Feldmark bestanden um das Jahr 1945 zwei Luftabwehrstellungen, die Teil des damals üblichen Netzwerkes zur Verteidigung gegen alliierte Luftangriffe waren.
Die erste Stellung befand sich am 1. Holzweg. Am 21. Oktober 1939 wurden die Flak-Schützen im Jugendraum des Pfarrhauses einquartiert und als sie diesen am 13. Januar 1940 verließen, war er „verdreckt und versaut“. Die ersten Bomben fielen am 15./16. Juli 1940 im Hassel 600 Meter vom Dorf entfernt.
Im Sommer 1944 wurde eine schwere Flak-Abteilung am 2.Holzweg in Betrieb genommen. Sie bestand aus drei Batterien und war für den Luftschutz der Hermann-Göring-Werke zuständig. Die Soldaten waren in Holzbaracken gegenüber des Kasinger-Hofes untergebracht. Für die tägliche Versorgung war eine Feldküche auf dem Hof Wiegmann (heute Prediger) eingerichtet. Die medizinische Erstversorgung übernahm eine Sanitätsgruppe, die auf dem Hof Merk stationiert war.
Am 9./10. April 1945 sprengten die Soldaten die Flak-Geschütze, indem sie sie vorn zustopften.
Die Ruinen der Flak-Stellung am 1. Holzweg waren noch bis in die 1960er-Jahre sichtbar. Die Bevölkerung nutzte das Gelände zum Abbrennen des traditionellen Osterfeuers. Im November 2025 wurden die Fundamente der zweiten Flak-Stellung im Zuge der Arbeiten für eine Hochspannungsleitung wiederentdeckt. Eine spezialisierte Firma für Kampfmittelbergung und Sprengstoffentschärfung lokalisierte die Reste und hob sie fachgerecht aus.
Text: Ortsheimatpflegerin Sigrid Lindenberg
Quellen: Staatsarchiv Wolfenbüttel, Albert Johns, Magrit Eckerleben