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Pfand gehört daneben – Ende der Projektphase

Bereits seit zwei Jahren hängen an vielen Stellen in der Wolfenbütteler Innenstadt Pfandhalter an den Mülleimern. Sie sollen dafür sorgen, dass weniger Pfandflaschen in den Mülleimern landen, aus denen sie Menschen, die auf das Pfandgeld angewiesen sind, oftmals wieder herausholen. Was wenige wissen: Die Gruppe, die das Projekt ins Leben rief, ist bereits seit vier Jahren dabei, kann jetzt aber vorerst einen Schlussstrich ziehen.

Auf einem öffentlichen Mülleimer klebt ein Aufkleber "Pfand gehört daneben", am Mülleimerrand ist ein Flaschenhalter zu erkennen. © Stadt Wolfenbüttel
Projekt "Pfand gehört daneben"

September 2018, Veränder.Bar: Eine kleine Gruppe junger Menschen findet sich zusammen, um dem damaligen Bürgermeister Thomas Pink Fragen zu stellen. Eine davon kommt von einem Ehrenamtlichen aus der Veränder.Bar und zieht ein vier Jahre andauerndes Projekt nach sich. Nachdem Pink sich einer Anbringung von Pfandhaltern grundsätzlich offen gegenüber äußerte, fanden sich mehrere junge Menschen zusammen und starteten mir der Planung. Nach dem Sichten von Erfahrungen aus anderen Städten, einem Austausch mit der bundesweiten Initiative Pfand gehört daneben und dem Einholen erster Angebote standen ein paar Dinge für die Gruppe fest: Wolfenbüttel soll Pfandhalter bekommen, ein bestehendes Modell einzukaufen scheint den jungen Erwachsenen jedoch sehr teuer. Um die Kosten pro Halter geringer zu halten, wird also ein eigenes Modell entworfen. Zunächst aus Pappe, dann im 3D-Druck-Verfahren.

Nach dem Kontakt mit einem regionalen Metallbaubetrieb kann ein erster Prototyp aus Metall hergestellt werden. So bleibt nur noch die Finanzierung des Projektes unklar. „Die Stadt hatte zwar signalisiert, uns bis zu einem gewissen Umfang zu unterstützen, wir waren aber in jedem Fall auf weitere Finanzierungshilfen angewiesen“, so Stephan Augustyniak, einer der Ehrenamtlichen, die das Projekt seit 2018 begleiteten. Das Projekt schien jedoch glücklicherweise nicht nur bei den Ehrenamtlichen Anklang zu finden. Direkt im ersten Anlauf erklärten sich die Curt Mast Jägermeister Stiftung und die Stiftung Braunschweiger Land dazu bereit, das Projekt zu unterstützen.

So konnten die ersten 50 Pfandhalter sogar ohne Beihilfe der Stadt gefertigt und im Sommer 2020 mit weiteren Freiwilligen angebracht werden. Die darauffolgende Zeit zeigte, dass die Halter gut angenommen wurden. „Die Halter sehen zwar oft leer aus, das liegt aber tatsächlich daran, dass darin abgestellte Flaschen meist innerhalb weniger Minuten eingesammelt werden“, sagt Justyna Hecko, ebenfalls Mitglied der Projektgruppe. Es zeigte sich jedoch auch schnell, dass die Halter auch an weiteren Stellen in der Stadt sinnvoll wären. Also wurde ein zweiter Anlauf gestartet. Dafür sollte das Design ein weiteres Mal überarbeitet werden, sodass der Halter nun auch an Laternen und Verkehrsschildern angebracht werden konnten. Mit einer erneuten Unterstützung der Stiftung Braunschweiger Land und der Curt Mast Jägermeister Stiftung konnten weitere 70 Halter angeschafft werden, sodass nun der gesamte Bereich von der Innenstadt, dem grünen Platz, dem Meesche-Stadion, der Bahnhofsstraße, dem Seeliger Park und dem Stadtgraben mit Pfandhaltern versehen sind.

Durch ein Aufgreifen des Projektes beim Tag des Ehrenamtes von Jägermeister liegt die Gesamtzahl der Halter nun bei 185 Haltern. „Das ist ein tolles Ergebnis“, meint Rainer Demuth, ebenfalls Mitglied der Projektgruppe. „Dazu kommt, dass wir aus mehreren Orten in ganz Deutschland nach unseren Erfahrungen gefragt wurden und sogar bereits einmal unser Halterdesign an ein anderes Projekt weitergegeben haben“. Dieser Meinung scheint auch die bundesweite Initiative Pfand gehört daneben zu sein, die im Kontakt mit der Projektgruppe den Verlauf in Wolfenbüttel als „Vorzeigeprojekt“ für ganz Deutschland bezeichneten. Abgesehen vom weiteren Beobachten der Halter bleibt der Gruppe nun also nichts mehr zu tun, weswegen sie sich bereits Gedanken darüber machen, wie sie in einem anderen Bereich wieder etwas Sinnvolles für die Stadt beziehungsweise die Bewohnerinnen und Bewohner tun können.

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