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Datum: 24.03.2026

Einblick in die Wärmeplanung: Stadt Wolfenbüttel stellt aktuellen Stand online und lädt zu Infoveranstaltung ein

Die Stadt Wolfenbüttel treibt ihre kommunale Wärmeplanung weiter voran. Nach der Vorstellung des aktuellen Zwischenstands in den Ortsräten und Ratsausschüssen Ende 2025 sind die zentralen Ergebnisse nun gebündelt und leicht zugänglich auf der städtischen Internetseite abrufbar. 

Ein Mann steht im Keller neben einer Heizungsanlage mit Wärmepumpe, zwei Kinder spielen daneben © Pixabay.com
Kommunale Wärmeplanung

Bürgerinnen und Bürger erhalten damit einen transparenten Überblick über den bisherigen Arbeitsstand und über mögliche klimafreundliche Versorgungsoptionen. Die Veröffentlichung dient der Information und Orientierung. Individuelle Heizungsentscheidungen können weiterhin bereits heute unabhängig vom weiteren Planungsverlauf getroffen werden.

Der auf der städtischen Internetseite Kommunale Wärmeplanung veröffentlichte Bericht umfasst die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse. Diese Analysen bilden die Grundlage für die nächsten Planungsschritte an denen schon parallel weitergearbeitet wird. Im Rahmen der Bestandsanalyse wurden für Wolfenbüttel insgesamt rund 15.500 beheizte Gebäude mit einer beheizten Nutzfläche von ca. 4,9 Millionen Quadratmeter erfasst. Der Wohngebäudebereich verbraucht mit circa 73 Prozent am meisten Wärme, gefolgt von den Sektoren Öffentliche Gebäude (11 Prozent), Gewerbe und Industrie (9 Prozent) und Handel und Dienstleistungen (7 Prozent).

Schon jetzt zeigt sich deutlich: Wolfenbüttel ist aktuell geprägt durch fossile Energien, vor allem Erdgas und Heizöl. Der Jahresheizenergieverbrauch von etwa 606 GWh pro Jahr wird derzeit zu circa 70 Prozent aus Erdgas gedeckt, gefolgt von der Versorgung durch Heizöl mit circa 14 Prozent. Strom als Energieträger wird aktuell nur selten für Wärmeanwendungen genutzt. Feste Biomasse in Form von Holz als Energieträger wird aktuell zu circa 5 Prozent genutzt.

Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl erneuerbarer und klimafreundlicher Energiequellen, um die Wärmewende bis 2040 erfolgreich umzusetzen. Zu den untersuchten Potenzialen zählen unter anderem Luft-Wasser-Wärmepumpen, oberflächennahe und tiefe Geothermie, Umweltwärme aus Gewässern und Abwasser sowie Solarthermie auf Dach- und Freiflächen. Auch unvermeidbare industrielle Abwärme, Biomasse und Photovoltaik fließen in die Analyse mit ein. Auf dieser Grundlage entwickelt die Stadt nun ein Zielszenario, das aufzeigt, welche Quellen künftig wo zur klimafreundlichen Wärmeversorgung genutzt werden könnten.

Ebenso liegt ein Potenzial in der Einsparung von Energie durch Gebäudesanierungen. Dabei muss es nicht immer eine „Komplettsanierung“ sein. Auch der Tausch von Fenstern oder die Dämmung der Kellerdecke können schon helfen, das Gebäude zum Beispiel für eine Wärmepumpe gut vorzubereiten. Diese möglichen Einsparungen wurden in der Potenzialanalyse als zusätzliches Potenzial berücksichtigt.

Die kommunale Wärmeplanung betrifft alle Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler, vor allem Eigentümerinnen und Eigentümer, Mieterinnen und Mieter sowie alle, die den Energieverbrauch betreffende Entscheidungen treffen. Der umfangreiche Zwischenstand wurde für das ganze Stadtgebiet auch je Stadt- und Ortsteil in komprimierten Datenblättern auf je zwei Seiten zusammengefasst. Wer saniert oder neu baut, erhält dort frühzeitig und frei zugänglich Informationen zur aktuellen lokalen Infrastruktur. Den Zwischenstand und weitere Informationen sowie Antworten auf die häufigsten Fragen erhalten Interessierte auf der städtischen Website unter Kommunale Wärmeplanung.

Die kommunale Wärmeplanung ist ein langfristiger strategischer Prozess, der die Grundlage für die klimafreundliche Wärmeversorgung der Stadt bildet. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und ist von der Stadt Wolfenbüttel spätestens bis zum 31. Dezember 2026 abzuschließen. Die Planung bietet unter anderem Orientierung für künftige Heizentscheidungen und zeigt, welche klimafreundlichen Versorgungsformen in welchem Gebiet möglich sind. Unabhängig davon können Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer bereits vor dem Beschluss des kommunalen Wärmeplans prüfen, wann und wie sich der Umstieg auf erneuerbare Heizlösungen sinnvoll und umsetzbar gestalten lässt.

Infoveranstaltung zur Kommunalen Wärmeplanung am 29. April

Schon jetzt lädt die Stadt Wolfenbüttel zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu dem Thema ein. Am Mittwoch, 29. April 2026, haben Bürgerinnen und Bürger, lokale Unternehmen, Handwerksbetriebe, Schülerinnen und Schüler, lokale Gruppen und weitere Interessierte die Möglichkeit, sich über den vorläufigen Wärmeplan der Stadt Wolfenbüttel zu informieren und Fragen zur Entwicklung der Wärmeversorgung zu stellen. Die bisherigen Schritte der Kommunalen Wärmeplanung sowie die vorläufigen Ergebnisse werden vorgestellt. Im Anschluss folgt eine moderierte Expertenrunde und die Möglichkeit, eigene Fragen einzubringen und mit den geladenen Fachakteuren ins Gespräch zu kommen. Zudem informiert die Stadt über die öffentliche Auslegung des Wärmeplans und die Möglichkeiten zur Stellungnahme.

Die Veranstaltung findet in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums statt (Adresse: Karl-von-Hörsten-Straße 7-9, 38304 Wolfenbüttel). Der Einlass startet um 18 Uhr, der Beginn ist um 18.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind begrenzt. Interessierte können sich noch bis zum 26. April 2026 anmelden – einfach per E-Mail an klimaschutz@wolfenbuettel.de oder telefonisch unter 05331 86-485. Informieren Sie sich, tauschen Sie sich aus und melden sich jetzt schon an.

Kontakt

Frau Emma Brandebusemeyer

Stadtverwaltung Wolfenbüttel
Klimaschutz und Umwelt
Koordinatorin für die Kommunale Wärmeplanung

Stadtmarkt 3–6
38300 Wolfenbüttel