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Datum: 03.07.2026

Generationswechsel und Zukunftsplan: TIW Wolfenbüttel stellt Weichen auf Wachstum und Sichtbarkeit

Eine in der Vereinsgeschichte ungewöhnliche Hauptversammlung prägte das jüngste Treffen des Technologie- und Innovationszentrums Wolfenbüttel (TIW).

Gruppenfoto mit fünf Personen im Freien auf einem von Bäumen gesäumten Weg. © Regio-Press
Trotz der Abwesenheit des Vorstands stieß die Jahresversammlung auf großes Interesse bei hochkarätigen Gästen (von links): TIW-Geschäftsführerin Carola Weitner-Kehl, Landrätin Christiana Steinbrügge, das neu gewählte TIW-Vorstandsmitglied Prof. Dr.-Ing. Diederich Wermser, Vera Steiner (Geschäftsführerin der Stadtwerke Wolfenbüttel), Kai Hillebrecht (Leiter des Wissens- und Technologietransfers der Ostfalia Hochschule) und Kai Kratschmer (Kämmerer und Erster Stadtrat der Stadt Wolfenbüttel).
Foto: Regio-Press

Krankheitsbedingt und aufgrund von Terminüberschneidungen mussten alle drei bisherigen Vorstandsmitglieder – einschließlich des Vorsitzenden Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach – ihre Teilnahme absagen. Die Präsentation der Bilanzzahlen lag daher ganz in den Händen der Geschäftsführerin Carola Weitner-Kehl. Für eine unmittelbare Handlungsfähigkeit des Gremiums sorgten noch am selben Abend die turnusgemäßen Neuwahlen.

Einstimmige Vorstandsneuwahl und klare Impulse für mehr Innovation

In diesem Jahr standen alle drei Vorstandsposten zur Neubesetzung an. Während Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach und sein Stellvertreter Paul-Werner Huppert bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Wiederwahl signalisiert hatten, verabschiedete sich Winfried Pink nach zwölf Jahren engagierter Mitarbeit aus dem Gremium. Die Versammlung dankte dem scheidenden Mitglied in Abwesenheit, entlastete den bisherigen Vorstand einstimmig und wählte Prof. Dr.-Ing. Diederich Wermser ohne Gegenstimme neu in das Führungstrio. Auch Umbach und Huppert wurden in ihren Ämtern einstimmig bestätigt.

Der neu gewählte Vorstand Diederich Wermser nutzte die Gelegenheit für einen ersten strategischen Ausblick. Er betonte, dass sein Hauptaugenmerk auf dem Innovationsgedanken des Zentrums liegen werde. Wermser sieht zudem einen klaren Handlungsbedarf bei der Wahrnehmung des Standorts in der Öffentlichkeit: Das TIW betreue derzeit einen der am besten versteckten Gründercampusse des Landes, weshalb eine gesteigerte Sichtbarkeit der Einrichtung und der dort ansässigen Gründer das vordringliche Ziel der kommenden Monate sein müsse. Ein detailliertes Porträt des neuen Vorstandsmitglieds wird im kommenden Herbstnewsletter veröffentlicht.

Höchststände bei Mitgliedern und Flächenauslastung

Der Jahresbericht 2025 von Carola Weitner-Kehl unterstrich die positive Dynamik des Vereins. Das TIW verzeichnete im vergangenen Jahr einen regen Zulauf an neuen Start-ups auf dem Campus „Am Exer“. Mit aktuell 48 Mitgliedern und 59 Mietern wurden historische Höchstwerte erreicht. Die Gesamtnutzfläche kletterte auf 18.258 Quadratmeter, was einer Auslastung von 99,4 Prozent entspricht. Dieser Zuwachs an vermietbarer Fläche resultiert unter anderem aus einem kreativen Konzept: Dem TIW gelang es, verschiedene Dachflächen für die Installation von Photovoltaikanlagen an die Genossenschaft SONNE eG zu vermieten.

Bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 7,43 Euro über alle Nutzungsarten hinweg – von Büros und Laboren bis hin zu Stellplätzen und den neuen Dachflächen – erwirtschaftete das TIW eine Jahresnettomiete von 1,540 Millionen Euro.

Gezielte Investitionen und konsequente Entschuldung

Trotz der stabilen Einnahmen schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Verlust von 194.500 Euro ab. Dieser Fehlbetrag resultiert aus einer umfassenden Modernisierungsmaßnahme. Der Verein investiert im Zeitraum von 2022 bis 2026 insgesamt rund 2,428 Millionen Euro in die grundlegende Sanierung der asphaltierten Außenanlagen, der Park- und Grünflächen sowie der gesamten Regenwasserkanalisation.

Der Schuldenstand belief sich zum Ende des Jahres 2025 auf 3,7 Millionen Euro. Für das laufende Jahr 2026 rechnet die Geschäftsführung jedoch mit einer spürbaren Tilgung, obwohl für den letzten Bauabschnitt der Kanalarbeiten und Oberflächensanierungen vor der Halle AE29 nochmals 192.000 Euro veranschlagt sind. Zum Jahresende 2026 wird ein Rückgang der Restschulden auf 3,232 Millionen Euro prognostiziert. Ziel des Vereins bleibt es, in sechs bis sieben Jahren vollständig schuldenfrei zu sein, um finanziellen Spielraum für künftige Projekte zu gewinnen. Die Mitgliederversammlung verabschiedete den Jahresabschluss 2025 sowie den Haushaltsplan 2026 jeweils einstimmig.

Ausblick: Hohe Nachfrage nach frei werdenden Gewerbeflächen

Für die nahe Zukunft kündigte Weitner-Kehl eine strukturelle Veränderung an, da der größte Mieter des Zentrums das Technologie-Gebäude 2 fristgerecht kündigen und die Fläche von rund 1.800 Quadratmetern freimachen wird. Während die Geschäftsführung zunächst in Erwägung zog, diese Kapazitäten teilweise gezielt für neue Innovations- und Gründungsprojekte zu reservieren, liegen inzwischen bereits konkrete Mietanfragen von zwei externen Interessenten vor. Eine finale Entscheidung über die künftige Belegung und Aufteilung des Gebäudes wird Ende Juli getroffen.

Kontakt

Technisches Innovationszentrum Wolfenbüttel e.V. (tiw)

Frau Carola Weitner-Kehl

Am Exer 10b
38302 Wolfenbüttel