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Datum: 19.08.2023

Riesenfreude über Ranzen und Schultüten

Kinderfreude ist doch die schönste Freude. Das wurde mal wieder deutlich, als es am Montag einen großen Termin im Eberts Hof gab, dem Tafel-Shop des DRK-Kreisverbandes am Großen Zimmerhof 29. Dort stand bereits zum 16. Mal die Verteilung der Spenden für „Tafel macht Schule“ an – wie immer ein großer Tag für die Erstklässler aus bedürftigen Familien, die stets dreifach beschenkt werden.

Auf dem Fußboden sitzen Kinder, neben ihnen stehen Tische mit Schulranzen und große Papiertüten, vor ihnen drei Frauen in roten DRK-Shirts. Einige Kinder melden sich wie in der Schule. © Regiopress
In diesem Jahr empfand das DRK-Trio die Kinder als interessiert und wissbegierig.

„Neben einem hochwertigen Ranzen bekommt jedes Kind eine Schultüte und eine Tragetasche mit Ausrüstung“, erklärte Sonja Meyer. Sie ist als Ehrenamtliche DRK-Projektleiterin für Tafel macht Schule. Erneut hatte das Rote Kreuz 50 Kinder persönlich eingeladen, sich die Erstausrüstung abzuholen. "Davon kamen 35 direkt", sagte Tafel-Leiterin Juliane Liersch, „die anderen trudeln als Nachzügler ein."

Erfreulich: Als die Tafelleiterin später im Laden nur die Kinder fragte, wer denn Deutsch spreche, da gingen fast alle Finger in die Höhe. Und als dann der Startschuss gefallen war, spielte Sprache ohnehin keine Rolle mehr: Jedes Kind durfte sich seinen Ranzen und die Schultüte nach dem Dekor aussuchen – ganz offensichtlich gleichen sich die Geschmäcker auch international. Bei den Mädchen standen Einhörner hoch im Kurs, bekannte Comic-Figuren, und alles möglichst in Pink. Die Jungs griffen zu Grün und Blau, wobei Trecker, Mähdrescher und Raumfahrer schwer angesagt waren.

Eine Frau hockt vor einigen Kindern und spricht mir ihnen, neben ist stehen auf einem Tisch Schulranzen. © Regiopress
Projektleiterin Sonja Meyer erklärt den Kindern die Hintergründe der Schultüten in Deutschland.

Die Abholerzahl bedeutet für die Wolfenbütteler Tafel übrigens eine Bestätigung des Rekordwertes aus dem vorigen Jahr. "Zum Glück ist die Spendenbereitschaft der Wolfenbütteler anhaltend hoch", erklärte Juliane Liersch. Den Spendenbedarf bezifferte sie auf rund 6.000 Euro. "Wir haben festgestellt, dass Spender lieber etwas geben für Aktionen vor Ort – dann wissen sie, wohin ihr Geld fließt."

„Neben dem Geld haben wir aber auch ganz viel Schweiß gelassen“, erklärte Sonja Meyer lachend. Wochenlang durchstreifte sie Geschäfte, handelte Preise nach unten und sorgte zu guter Letzt in einem großen DRK-Container dafür, das alles gerecht in Tüten verpackt wurde. "Auch unsere Wunschliste für Sachspenden im Schaufenster von Eberts Hof war hilfreich", bilanzierte Juliane Liersch. Zudem hätten sich in diesem Jahr gleich mehrere Schulen mit eigenen Sammlungen beteiligt.

Allein die Tragetaschen beinhalteten 40 Artikel, von Blöcken und Mappen über Stifte und Malsachen bis hin zu Trinkflaschen und Behältern für die Hasenbrote. Dass sich in den Schultüten auch ein paar Süßigkeiten finden ließen, versteht sich von selbst. Außerdem setzte das Team rund um Sonja Meyer diesmal um, was sie sich voriges Jahr vorgenommen hatten: "Wir müssen einfach mal erklären, was es in Deutschland mit Schultüten auf sich hat.“ Viele der Empfänger stammen aus Flüchtlingsfamilien und hatten bislang keinerlei Kontakt zu dieser Tradition. "Alle waren sehr interessiert und geradezu wissbegierig", schilderte Juliane Liersch.

Eins wurde aber wieder deutlich: Die Interessen der Kinder im Laden mit denen der Eltern (die bewusst vor den Fenstern warten mussten) unter einen Hut zu bringen, war nicht immer ganz einfach. „Wir bleiben da aber unserer Linie treu“, kommentierte die Tafel-Leiterin lautstarke Versuche der Eltern, Einfluss auf den Nachwuchs zu nehmen: „Bei der Auswahl der Sachen zählt nur, was die Kinder wollen.“

Sonja Meyer als Projektleiterin jedenfalls war rundum zufrieden mit der Veranstaltung – und die Kinder offenbar auch. "Es gab sogar welche, die waren von der Optik der Schulranzen ein wenig überfordert", erzählte Juliane Liersch und lacht: "Sie hätten am liebsten ihre zwei Favoriten mit nach Hause genommen, um die Entscheidung erstmal zu überschlafen."

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